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Monogamie Die Große Illusion
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Gibt es wirklich die wahre Liebe zwischen zwei Menschen, die bis zum Rest ihres Lebens halten kann oder spielt uns die Psychologie einen Streich? Funktioniert die Monogamie auf lange Sicht wirklich? Warum scheitern so viele Beziehungen ausgerechnet wegen der Untreue am Partner? Es gibt viele Fragen, die in diese Richtung gehen, wenn wir uns über die Monogamie Gedanken machen.

Beschreibung

Blaumeisen

Teilnehmer einer Studie sagten im Durchschnitt alle acht Minuten eine Unwahrheit, auch die ehrlichsten. Wo wird am meisten gelogen, wollte das Meinungsforschungs-Institut Emnid wissen. Klares Ergebnis: erstens um Familienangehörigen oder Freunden aus der Klemme zu helfen 55 Prozent ; zweitens bei Komplimenten 35 Prozent ; drittens um eine Ehe oder Beziehung zu retten 34 Prozent. Wir lügen vorwiegend aus sozialen Gründen, Steuerschwindeleien liegen mit 19 Prozent abgeschlagen. Lügen beim Lieben? Und wie, sagen Biologen und Anthropologen schon länger.

Weder in der Tierwelt noch beim Menschen gibt es sexuell aktive Lebewesen, die auf Dauer nur mit einem Partner zusammen sind.

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Monogamie galt lange Zeit als Erfolgsmodell der Natur, inzwischen aber ist klar, dass nicht einmal Präriewühlmäuse, Blaumeisen, Schwäne und tiefgläubige Christen - lange Zeit für Wissenschaftler Paradearten für monogames Leben inklusive sexueller Treue - nur immer den einen Partner im Kopf haben. Biologen sagen, dass allenfalls drei bis fünf Prozent der Säugetiere der Monogamie anhängen.

Das ist kaum zu glauben, denkt man an BonobosSchimpansen und Playboys mit ihrer scheinbar unerschöpflichen Promiskuität. Schlimmer noch: Nicht nur Männchen, auch Weibchen gehen im Tier- und Menschenreich munter fremd, Zoologen sprechen vom "Gene-Shoppen".

Ethnologen wissen, dass in den über menschlichen Gesellschaften weltweit fast überall der Seitensprung praktiziert wird.

Empfohlener beitrag

Warum die romantische Liebe zweier Menschenkinder so idealisiert wird und Frischverliebte nach wie vor Stein und Bein schwören, Liebe und Sex nur mit einer Person bis ans Lebensende zu haben, ist ein Rätsel. Der bedeutendste deutsche Evolutionsbiologe, Eckart Voland, diskreditiert Monogamie als ein "Ergebnis von Umständen, die alternative Lösungen für das Liebesleben erschweren".

Wir halten uns zurück bei Fremdkontakten, weil es aus ökonomischen Gründen nützlich ist, weil die familiäre Kosten-Nutzen-Abwägung es nahelegt oder weil wir zu blöde sind, um raffiniert zu lügen und die Aufregung nach Aufdeckung des Fremdgangs fürchten.

Gegen die "evolutionäre Programmanweisung" sei das, so Voland.

Die lüge von der treue

Wenn wir nur könnten, wie wir möchten Monogamie ist ein Kompromiss. Nach der Entdeckung der Romantik im Jahrhundert waren die wirtschaftlichen Bedingungen so, dass der Mann der Versorger, die Frau die Versorgte war mitsamt den Kindern.

Monogamie war ein familiäres Geschäft, Voland spricht von einer "seltenen historischen Ausnahme". In den Jahrhunderten davor war das Liebesleben buntscheckiger, abwechslungsreicher. So verhielten sie sich locker in Liebesangelegenheiten.

Monogamie: nur eine illusion der großen liebe?

Die Einehe steckte das Individuum in ein Zwangskorsett: Nun regelten nicht mehr allein Staat, Kirche und Gesellschaft das Liebesleben, sondern auch der und die Liebende selbst. Wissenschaftler haben für diese Entwicklung den Begriff "serielle Monogamie". Der Hormonrausch in der Verliebtheit hält höchstens sechs Monate, das Ewigkeitsgelübde in der Partnerschaft vier, manchmal fünf Jahre an - danach erreicht das Trennungs- und Scheidungsrisiko nachweislich das Maximum.

Natürlich können sich Liebende darüber hinaus dauerhafte Treue versprechen, aber nicht alle halten sich bekanntlich daran, wie Männer von Boris Becker bis König Carl Gustav von Schweden belegen, aber auch Frauen, obwohl die ihre Seitensprünge besser verbergen und seltener darüber prahlen.

Lügenforscher wissen: Männer und Frauen unterscheiden sich nicht in der Art zu lügen, sondern bei Themen. Frauen schummeln im Wesentlichen bei drei Dingen: Alter, Gewicht und Qualität ihrer Beziehung. Psychologen der Universität Göttingen fanden in einer Studie heraus, dass unter Frauen 58 Prozent der Seitenspringerinnen auffliegen, bei Männern 63 Prozent. Die Prozentzahl würde bei Frauen allerdings drastisch tiefer liegen, wären ihre Zweit- oder temporären Partner nicht solche Schwätzer.

Blaumeisen

Mehr als 60 Prozent deutscher Ehen existieren seit mehr als 40 Jahren, auch Langzeitbeziehungen ohne Trauschein halten Jahrzehnte. Das hat mit der gesteigerten Lebenserwartung zu tun.

Doch Partner, die so lange zusammen sind, wissen, wie gefährlich Monogamie werden kann - die Spannung fehlt in der exklusiven Zweisamkeit. Denn Liebe ist zweckfrei, von keinem Vertrag abhängig, ein immerwährendes Geschenk, das immer wieder dargebracht, ein Feuer, das immer neu entfacht werden muss.

Beziehung dagegen braucht eine Grundlage und Spielregeln: als Ehe in vertraglicher Form, ohne Trauschein in klaren Absprachen. Da könnte gleich viel auf dem Spiel stehen, denn die Tauschgerechtigkeit muss eingehalten werden.

Felsenpinguine

Liebe kann nicht in die Sphäre von Pflichten und To-do-Listen überführt werden, da würde sie rasant zusammenbrechen. Sie hat mit Gefühlen zu tun, die einander widersprechen, mit Eifersucht, Enttäuschung, Sehnsucht und Hoffnung. Ein ständiges emotionales Auf und Ab. Dann wieder fordernd, wild, ungebärdig und den Partner samt Haut und Haaren "fressen" wollen. Und sie braucht Auszeiten, um nicht zu erschöpfen. Liebe hat ihre eigenen Gesetze, im Monogamie-Korsett ringt sie um Luft.

Am deutlichsten wird das beim Sex. Zwar kann er Liebe und Partnerschaft begründen helfen, existiert davon aber völlig unabhängig.

Monogamie ist gefährlich

Sex ist Trieb, unerhörte Nähe, Vereinigung - und dann wieder Abstand, Distanz und Fremdheit. Er kann lange immer gleich sein, verlangt aber irgendwann andere Wünsche, neue Praktiken. Zwei Partner können alljährlich das Kamasutra durchprobieren, um danach wieder von vorn anzufangen. Doch das ist Gymnastik, schnell langweilig. Kein einfaches Unterfangen in einbetonierter romantischer Zweisamkeit, die Partner auf Dauer zu Schwester und Bruder macht und nicht zu Wilden, die das Feld der körperlichen Vereinigung spontan bespielen, gierig, ausgelassen, verrückt aufeinander.

Nur so ist Sex befriedigend. Doch reicht es nach zehn Jahren noch über das übliche Stöhnen nach dem Höhepunkt hinaus? Je mehr Sex als Funktionsglied einer intakten Beziehung aufgeladen wird, desto mehr verschwindet er und wird am Ende - Psychologen wissen das aus unzähligen Beispielen - nicht mehr vollzogen.

Ratgeber und Mythen helfen nicht weiter, wenn der Trieb schwindet. Monogamie kann zum ärgsten Sexfeind werden. Dann sitzen beide nebeneinander auf der Couch und spüren, die Luft ist raus. Ältere Paare über 60 bleiben meist loyal und zusammen, jüngere bis circa 40 trennen sich. Wer sich nicht trennen will, muss in den mittleren Jahren sehr kreativ sein, für Jüngere aber unter 30 ist Monogamie eine Falle. Sie funktioniert nämlich nur als Toleranzverhalten im Alter, wenn die Leidenschaft der Liebe auch zu tiefer Freundschaft geführt hat.

Bei der Präriewühlmaus, der Blaumeise, dem Schwan und dem Menschen. Zum Newsticker Newsticker.

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